Oldtimer in Havanna 2017

Havanna

Und alle träumten von Cuba.
Mit einer Reisegruppe, war ich vom 15. bis 27.02. 2017 in Cuba. Nach einem 10stündigen Flug kamen wir endlich in der Dämmerung in Havanna an. Von einer Vertreterin des zuständigen Reiseleiters wurden wir in Empfang genomme, da der zuständige Reiseleiter zuspät von unserem früheren Abflug in Frankfurt informiert wurde. Der Transfer zum Hotel Capri in der Calle 21 ging zügig, da wenig Verkehr auf den Strassen war. Nach Begrüßungstrunck und Einchecken wollte die Gruppe im Restaurant den bestellten kleinen Imbis einnehmen, doch die Managerin wollte ein Menü servieren. Nach langen hin und her bekam dann jeder sein Sandwitch. Der Tag war lang und dennoch lag man erst um 23 Uhr in den Betten.
Am zweiten Tag, war dann auch der zugeteilte Reiseleiter eingetroffen. Nach dem Frühstück kleine Vorstellungsrunde. Der erste Besuch galt einer Rumfabrik. Es stellte sich herraus, dass es villeicht mal eine war, aber die Maschinenhalle war leer und im ersten Stock des Gebäudes befand sich, ein mit Fässern, Handpressen und anderen Instrumenten dekorierter Raum, sowie ein Laden zum Rumverkauf. Kostprobe gratis. Dann ging es weiter zum Revolutionsmuseum, ein ehemaliger Regierungssitz des Diktators Batista. Im Inneren wird gerade der große Festsaal rekonstruiert.
In den Ausstellungsräumen werden mit Bildern, Schautafeln und Gegenstände die Bewegung und der Sieg der Revolution dargestellt. Am Anschluss folgte zum Ausgleich, eine schwungvolle CocotaxiTour durch Havannas abgasgefüllten Straßen. Denn die meisten Autos fahren mit Diesel. Anschließend eine Pause in der Stadt. Danach durch die Fußgängerzone in die historische Drogerie Jonson hineingeschaut und zum Platz an der Kathedrale spaziert. Mit dem Bus ging es zurück zum Hotel.
Der dritte Tag war ausgefüllt mit dem Besuch einer echten Tabakfabrik in Havanna.  Man durfte den Zigarren Dreherinnen und Drehern bei der Arbeit zuschauen, wie sie geschickt im Akkord die Zigarren fertigten. Die Veredelungsräume darf man seit dem Bakterienanschlag der CIA  nicht mehr betreten.
Der größte Friedhof Amerikas war das nächste Besuchsziel. Necropolis Cristòbal Colòn ist eine prukvolle Totenstadt mit vielen Besonderheiten. Die Gräber und Gedenkstätten sind vorwiegend aus Marmor. Ein großartiges Denkmal wurde für die 28 Feuerwehrmänner, die am 17.Mai 1890 bei einer Löschaktion und folgender Explosion ums Leben kamen, durch Spenden aus der Bevölkerung errichtet. Ein besonderes Grab, ist das der Wunderheilerin Amelia Goyri de Hoz, zu dem viele kubanische Frauen pilgern und mit ihren Sorgen um Beistand zu bitten.
Im besten Cafèhaus“ Cafe el Escorial”an der Kathedrale  machten wir dann eine Pause. Ein scheinbar staatlicher Betrieb, denn alles ging hier schleppend voran. Danch fuhren wir in die Callejo de Hamel um uns über ein soziales Projekt, dass der Maler Salvadore Gonzàlez mit jungen Kubanern durchführt, zu informieren. Er begeistert diese Menschen für die Kunst des malens und werkens, gibt ihnen eine Perspektive und fördert die Schulausbildung. Mit einer Spende wurde dieses Projekt vom VHS-Förderverein gewürdigt. Das Abendessen wurde in der Altstadt eingenommen um anschließend zum historischen Kanonenschuß auf der Festung La Cabana zu sein. Die Tradition geht auf die Kolonialzeit zurück, da damls um 21 Uhr mit dem Kanonenschuß das Zeichen für die Stadt war, die Stadttore zu schließen.Heute ist es eine touristische Attraktion mit viel Zulauf und Tamtam. Der Blick von der Festung auf das abendliche Havanna ist fantastisch. An der sehr belebten Seepromenade  Malecom geht die Fahrt zum Hotel zurück.
Am vierten Tag machten wir einen Ausflug in das bekannte Valle de Vinales. Vom Mirandor Las Jazmines hatt man einen schönen Ausblick über das Tal mit seinen bizarren Mongotes. ( Verkarstete Berge) und wie sollte es anderst sein, mit Musikband im Hintergrund. Musik ist in Cuba überall. Weiterfahrt zum Murales de Prehistoria, ein 1961 gemaltes Wandbild von 120m Höhe und 180m Breite auf einer Felswand, wo Menschen und Tiere aus vergangenen Zeiten darestellt werden.Danach besuchen wir einen Kleinbauer mit Tabackanbau. Die Trocknungsscheune ist traditionell nur aus Palmenholz und Palmenblätter erbaut. Truthähne, Hüner und einige Kleintiere im Käfig gab es auch zu besichtigen. Danach wurde eine Pause im Städtchen Vinales eingelegt. Dieser Ort ist bei Wanderen beliebt, überschaubar und geschäftstüchtig. Die Fahrt ging dann weiter zur Cueva de los Indios.  Eine Tropfsteinhöle die erwandert wird und interressante Gesteinsformationen enthält. Der Clou ist, dass am Ende des Weges mit dem Boot auf dem unterirdischen Fluss die Besichtigung fortgesetzt wird um dann aus dem Berg ins Freie zu fahren. Anschließend furen wir nach Havanna zurück.
Am fünften Tag verlassen wir Havanna und reisen nach Süden. Zuerst Besichtigung einer Krokodilfarm und dann zur Schweinebucht. In der heute wenig verbauten schönen Bucht wollten am 17. April 1961 die Amerikaner mit Hilfe von über 1000 Exilkubanern und zwei Munitionsschiffen das Land erobern und mit  Hilfe einer eingesetzten Exilregierung, offiziell selbst eingreifen um die Regierung Fiedel Castros zu stürzen. Das Vorhaben scheiterte und für die Freilassung der Gefangenen war die Forderung an die USA, ein Lösegeld von 53 Millionen Dollar. in Form von Medikamenten und Narungsmittel. Im Museum in Giron stehen Panzer und Flugzeug aus damaliger Zeit dekorativ am Eingang. Im Museum werden mit üblichen Fotos und Schautafeln die  Kämpfe detaliert dargestellt. Die Fahrt  ging weiter, über lange Strecken an der Küste entlang nach Cienfuegos. Dort wurde eine Rast im Jachtklub eingelegt. Ein eingezäunter Bereich mit Klubhaus, Badeanstallt, Hafen, Restaurant und Anlegesteeg. Große Katamarane und Motorboote lagen am Steeg. hier sind die Leute mit Kapital unter sich. Die Kluft zwischen arm und reich ist auf der Insel groß, da das Durschnittseinkommen bei umgerechnet 28 $ pro Kopf und Monat liegt. Circa 200 Berufsfelder dürfen selbsständig arbeiten.  Das nächste Ziel war der Palacio del Valle, ein Palast im orientalischem Baustiel, den ein Spanier 1890 für seine Frau errichten ließ. Nach so vielen Eindrücken, wurden wir am späten Nachmittag in das circa 20 km entfernte Hotel Pasacaballo untergebracht. Das Abendessen war dann wieder in der Stadt. Zur kleinen Abendshow waren wir im Hotel zurück.
Die Tour am sechsten Tag führte nach Trinidad. Diese Stadt ist seit 1989 Weltkultuerbe. Das Musea de Historia Municipal im ehemaligen Palast eines Zuckerbarons wurde besichtigt.  Eine gute Stadtübersicht erhält man vom Hausturm des Palastes. Über Kopfsteinpflaster ging es weiter zum Plaza Mayor und der Kirche der Heiligen Dreifalltigkeit. In der Freizeit wurde durch die Gassen gebummelt die voll Verkausstände waren. Angeboten wurden gestickte Tischdecken, Flechtwaren aus Palmenmaterial, Andenken, Schmuck, Hüte und farbenfrohe Gemälde. Das Kunsthandwerk ist auch durch viele Galerien vertreten. Der Abschluss wurde  bei einem Canchanchara Cocktail in gleichnamiger Bar gemacht. Auf der Rückfahrt wurde nochmal in Cienfuegos gehalten, um das Theater Tomàs Terry zu besichtigen. Ein Haus im neoklassizistischen Stil erbaut. Nach einer längeren Freizei in der Stadt ging es zum Hotel, wo bei einem gemütlichem Candellightdinner und anschließender temperamentvoller Show der Tag ausklang.
Am Morgen des siebten Tages wurde die Fahrt nach Santa Clara in der Mitte der Insel fortgesetzt. Dort besichtigten wir unter strengen Verhaltensregeln ( nicht sprechen, nicht fotografieren)  das Mausoleum Che Guevaras. Ein dunkler Raum mit vielen Namenstafeln, hinter denen die Gebeine der Mitkämpfer und Che beigesetzt sind. Im vorderen Außenbereich des Denkmals kann sich frei bewegt und fotografiert werden. nach einem Einkaufsstopp in der Innenstadt geht die Fahrt nach Camagüey weiter. Das koloniale Städtchen ist seit 2008 Weltkuturerbe. Im 1920 erbauten Hotel Colon mit sehr kleinen Zimmern ist die Gruppe untergebracht.  Auf die Unterbringung der Gäste haben deutsche Touristikunternehmen keinen Einfluss, da die Unterbringung von staatlicher Verwaltung bestimmt wird. Bei einem gemeinsamen Spaziergang zum Abendessen kann die Stadt ein wenig erkundet werden. Auch hier wie in anderen Städten werden wir von Bettlern angesprochen. Tagesausklang im Innenhof des Hotels.
Am achten Tag ist das Fernziel Santiago de Cuba. Wir fahren am Fuß der Sierra Maestro, von hier startete Fidel Castro seinen Befreiungsfeldzug gegen den Diktator Batista. Im Städchen Bayamo wurde Rast gemacht. Hier liegt die Wiege des Nationalismus und des Wiederstandes gegen herrschende Ungerechtigkeit. Hier entstand auch die cubanische Nationalhymne “La Bayamesa”Anschliessend wurde die fahrt nach El Cobre mit der Kirche der Schutzherrin “Jungfrau der Barmherzigkeit”vortgesetzt. Dieser Wallfahrtsort mit der Nationalheiligen wird von vielen Pilgern besucht. In der Umgebung, erkennt man einige ausgediente Kupfermienen deren Abbau nicht mehr lohnt. Auf der Weiterfahrt, kurzer Stopp an der Provinzgrenze am Namenszug Santiago de Cuba. Die Inschriften sagen: Gestern rebellisch, heute Gastfreundlich, immer heldenhaft. IMG_1445baJPGAm Nachmittag erreichen wir Santiago de Cuba. Beeindruckend der Parque Cèspedes und die Kathedrale an der der Bus nur halten kann, da das Hotel nicht angefahren werden kann. Zu unserer Überraschung  nich in Hotel Casa Grande sondern im Gran Hotel Encanto dem früheren Hotel Bayamo untergebracht. Na ja, die kubanische Planung. Wenn der Straßenlärm nicht währe ( das Hotel hat keine Schallschutzfenster, sondern Lamellenholz- Fensterläden und einen Vorhang ) Abendessen im Hotel, danach Livemusk auf der Dachterrasse des Casa Grande mit schönem Ausplick auf Kathedrale und Vorplatz.
Am neunten Tag folgte eine Programmverschiebung, da der Bus defekt war. An diesem Morgen regnete es auch noch kräftig, was zusammen passte. Es wurde mit dem Besuch der Kathedrale gestartet, die gut zu Fuss erreichbar war. Mit dem Bus wurde die Stadtbesichtigung zur Festung El Morro fortgesetzt. Diese gut erhaltene Festung beschützte die Hafeneinfahrt. Im Sonnenschein wird der Friedhof Santa Ifigenia besucht. Auch hier wie in Havanna sind reiche und bedeutende Persönlichkeiten beigesetzt. Markant ist das offene Mausoleum des Nationalheldens Josè Marti, Poet, Schriftsteller und Freiheitskämpfers. Die gerade ablaufende Wachablösung mit Trommelwirbel und Stechschritt verfolgen wir mit Achtung. Zu Ehren der Helden, sind auch hier viele Schulklassen diszipliniert unterwegs. Auch Fidel Castro wurde hier in der Nähe beigesetzt. Das schlichte Grab ziert ein großer Findling mit dem Namenszug Fidel. Im Hintergrund ist eine Wand mit vielen Namenstafeln seiner verstorbenen Mitkäpfer zu sehen. Die Stadtbesichtigung wird mit der Fahrt am Platz der Revolution vorbei, mit dem imposanten Reiterstandbild, zur Kaserne Moncada fortgesetzt. Hier wurde Geschichte geschrieben, als Fidel Castro am 26.Juli 1953, durch einen Überfall auf die Kaserne Waffen erbeuten wollte. Doch der Angriff scheiterte und viele seiner Kämpfer starben im Kugelhagel.Die Kaserne beherbergt ein kleines Museum mit Bildern und Schautafeln. Die Einschußlöcher vom Überfall sind in der Hauswand belassen. Die Kaserne wurde nach der Revolution zur Schule umgebaut. Cuba setzt auf Bildung.  Aber eine gute Ausbildung und eine Beschäftigung beim Staat ist wegen der schlechten Bezahlung gegenläufig, so das viele gut Ausgebildete Arbeitsplätze in der Touristikbrache suchen, da dort das Dreifache verdient werden kann. Im Villenviertel machen wir einen Fotostopp an der Barcadivilla. Die Rumdynastie wurde 1960 enteignet und die Werke auf Cuba verstaatlicht. Die Familie emigrierte zum grßen Teil in die USA und  auf die Bahamas. wo der Rum weiter produziert wurde. Der Nachfolger vom Rum Barcadi ist der Rum Santiago de Cuba. Das Abendessen wurde in einem privaten Restaurant eingenommen, in dem der Service zügig und freundlich ablief. Ein Besuch im Casa de la Trova ein Haus der Baladen schloss sich an. Temperamentvolle , laute Musik die uns bald zwang den Ort zu wechseln und in der Hotelbar den Schlummertrunk einzunehmen.
Der zehnte Tag fing mit einer Überraschung an. Mitgeteilt wurde, dass auf der geplanten Route von Baracoa bis Holguin die Straße, seit dem Hurrikan vom Oktober 2016, nicht passierbar ist. Das bedeutet eine längere Busfahrt von Baracao nach Holguin. Das beladen des Busses musste an belebter Strasse erfolgen, die verständigte Polizei sah keinen Grund ,Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Nachdem alles verstaut war ging es Richtung Guantanamo. Dort besuchten wir eine Tanzgruppe die sich Tumba Francesa Pompadur nennt. Es wurden volkstümliche Tänze und Tänze des französischen Hofes karikiert vorgeführt. Danach war noch Zeit, in der Stadt einen Bummel zu machen. Dann ging die Fahrt in die Sierra Maestro, die höchste Erhebung ist der Pico Turquino mit 1974m. Zwischenstopp auf einer Anhöhe, von der die Küstenlandschaft Guantanamos zu sehen war. Auch das Gebiet der USA und der Flugplatz konnte in der Ferne ausgemacht werden. An der Straße stehen Schilder, dass das Gebiet mit Mienengürtel abgesichert ist. Die Berglandschaft ist abwechslungsreich, die Straße, von Russland gebaut kurvig und gut. Auf der Ostseite geht die Fahrt teilweise am Meer entlang. Zwischendurch erkennt man auch die Sturmschäden, durch umgestürzte Palmen oder neu gedeckte Wellblechdächer. Am späten Abend trifft die Gruppe in Baracoa ein. Das Hotel Mill liegt etwas abseits von Stadtkern und Strand. Abendessen mit Lifemusik in einer kleinen Festung am Meer.
Am elften Tag startet die Gruppe sehr früh, denn durch die Straßensperre steht eine lange Fahrt an. Auf Wunsch der Mehrheit wird die Kakaofarm besucht und die geplante Bootsfahrt gestrichen. Der Besuch der Farm war lehrreich und in aufgelockerter Stimmung wurden die Erklärungen aufmerksam verfolgt. Der servierte Kakaotrunk mit Kokosmilch angesetzt schmeckte gut. Anschließend erfolgte die Rückfahrt über die Berge. Stopp am Aussichtspunkt und weiter durch Guantanamo, an Santiago de Cuba vorbei nach Holguin, wo die Gruppe kurz vor Dunkelheit eintraf. Ein Abstecher zum Loma de la Cruz war etwas Erholung und der Ausblick auf Holguin einfach schön. Nach elf Stunden Fahrt in Gardalavaca im Hotel Playa Costa Verde angekommen. Ein All- Inklusivhotel mit sehr gutem europäischem Standart. Hier verbringen auch viele Canadier ihren Urlaub.
Der zwölfte Tag war mit Erkundung der Hotelanlage und dem Strand ausgefüllt.  Zur Mittagszeit wurden die Koffer an der Rezeption verstaut und die letzten Stunden mit essen, trinken und  Resümee über Cuba gezogen.  An eine schnelle Verbesserung der lage Kubas glaube ich nicht. Solange der Staat vom Militär beherscht wird ist das Machtgefüge fokusiert. Die Auslandsschulden sind erdrückend. Die Planwitschaft träge und nicht flexibel. Das Mlitär hat zuviel Kapital ( Land, Hotels, Busunternehmen) das Geld der Touristen versiegt. Ein Machtwechsel wird nach Rauls ableben  hoffendlich friedlich verlaufen.
Der Bus holt uns pünktlich ab, so dass beim Einchecken am Flughafen Holguin genug Zeit war, die letzten CUC auszugeben. Nach acht Stunden landeten wir in Frankfurt.

Revolutionsmuseum
Denkmad an ein Unglück
Salvador Gonzàlez
Tabakscheune
Murales Cueva de los Indios
Jachthafen Cienfuegos
Trinidad
Bei Che
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Casa de la Trova Kopie
Tumba Francesa Pompadur
kakaofarm
Gurdalavaca Strand